Donnerstag, 09-Sep-2021 – nach Süden…


Wie geplant ging es um 06:00h morgens los in Richtung Süden….

Erstes Etappenziel ist Augsburg, die älteste Stadt Bayerns – und die zweitälteste Deutschlands. Anstelle wie vom Navigationsgerät vorgeschlagen über die A7 (Kassel, Göttingen, Würzburg = 729km) sind wir über den Osten (Magdeburg+Leipzig = 756km) nach Augsburg gefahren. Nahezu staufrei und mit ganz wenigen Baustellen. Nach 7h und 45 Minuten waren wir – inklusive Pausen – am Tagesziel.

In diesem historischen Kleinod im Herzen Süddeutschlands sind wir bis dato noch nie gewesen – daher unser Interesse. Hier erst einmal ein kurzer historischer Überblick:

Die Stadt wurde wenige Jahre vor der Jahrtausendwende um 0.v.Chr. vom römischen Kaiser Augustus unter dem Namen „Augusta Vindelicum“ gegründet. Das offizielle Gründungsdatum kennt leider niemand so genau, hierüber streiten sich die Gelehrten noch heute. Es liegt nach neuesten Erkenntnissen wohl bei etwa 8.v.Chr.

Während der römischen Herrschaft war Augusta Vindelicum die Hauptstadt der Provinz Rätien und ist wohl seit der Christianisierung Roms Bischofssitz, wobei erst ab 738 ein historischer Bischofssitz gesichert ist. Teil der damit einziehenden „Frömmigkeit“ ist auch der erste Dombau, etwa um 800, wobei der Dom 994 einstürzte, jedoch bis 1065 neu gebaut wurde. Ebenfalls in diese Zeit fällt die Schlacht auf dem Lechfeld von 955, als Kaiser Otto I gegen die Magyaren (Ungarn) siegreich war und somit sein Reich vor weiteren Angriffen gegen dieses Reitervolk absicherte.

Nach dem Niedergang der mittelalterlichen Strukturen war der Weg frei für Neues und die Stadt wurde zu einem bedeutenden Handelszentrum. Dies war vor allem ein Verdienst der Fugger und der Welser, die ab dem 15.ten Jahrhundert ihre Finanzimperien begründeten und sogar Könige, Kaiser und den Papst finanzieren konnten. Alleine die Fugger „regierten“ unter Jakob „Dem Reichen“ Fugger und Anton Fugger mit ihren Handelsbeziehungen und Krediten an die Mächtigen über ein halbes Jahrhundert lang Europa mit. Und unter den Fuggern entstand in Augsburg auch die erste Sozialbausiedlung der Welt, die „Fuggerei“. Die Welser waren weitaus weniger politisch, hatten jedoch im Fernhandel Einfluss und spielten eine bedeutende Rolle bei der Kolonisierung von Venezuela (!) im 16.ten Jahrhundert. Diese beiden Familien stehen für die immense Bedeutung, die Augsburg im 15.ten und 16.ten Jahrhundert hatte.

Aber auch in Glaubensfragen geschahen zentrale Ereignisse in Augsburg: Martin Luther war kurzfristig in Augsburg und sowohl die „Confessio Augustana“ um 1530 als auch der „Augsburger Reichs- und Religionsfrieden“ von 1555 stellten Meilensteine im religiösen Zusammenleben von Katholiken und Protestanten dar – was jedoch nicht verhindern konnte, dass die Stadt unter den Glaubenskämpfen des Dreißigjährigen Krieges schwer gelitten hat.

Unter Napoleon verlor Augsburg dann seinen Status als „Freie Reichsstadt“ und wurde Teil Bayerns. Spätestens ab diesen Tagen hielt die Moderne Einzug in Augsburg. Bedeutung erlangte die Stadt damals als Zentrum der Textilindustrie, sowie durch die MAN, wo Rudolf Diesel seinen berühmten Diesel-Motor erfand.

Aber auch berühmte kulturelle Persönlichkeiten der Geschichte hinterließen hier ihre Fußspuren, von den Mozarts bis hin zum literarischen Sohn der Stadt, zu Bertold Brecht.

Am frühen Nachmittag machten wir uns auf zu einem ersten Bummel durch die Augsburger Innenstadt…

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