Nach dem gestrigen anstrengenden Besichtigungsprogramm wurde heute wieder eine recht lange Reiseetappe in den Südwesten des Bundesstaates Karnataka eingelegt.
Pünktlich um 09:00h wurde ich von Prasad abgeholt der mir zunächst noch mitteilte, dass ihm gestern Abend im örtlichen Krankenhaus noch ein Backenzahn gezogen worden sei. Alles wäre aber ok, er habe keine Schmerzen und könnte ohne Einschränkungen die ca 300 Kilometer lange Strecke bewältigen.
Nun dann…
Von Hampi aus ging es ein kurzes Stück bis nach Hospet, wo wir auf den National Highway NH13 stießen. Diesem folgten wir für knapp 150 Kilometer bis nach Chitradurga. Früher war dies offensichtlich eine gefürchtete Fernverbindung. Heute ist der Highway relativ neu, gut ausgebaut und schlängelt sich zweispurig je Richtung (unterbrochen durch einen Graben/Grasstreifen) in Richtung Süden. Auch dieser schön ausgebaute Highway hat durch ihn kreuzende Dorfstraßen und entgegenkommende Fahrzeuge (quasi ‚Geisterfahrer‘) wie auch notorisch rechts fahrende überladene LKW so seine Tücken. Nicht zu verschweigen die streunenden Hunde die offensichtlich die hohe Geschwindigkeit unterschätzen und sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.
Die Landschaft rechts und links der NH13 ist sehr abwechslungsreich und ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Viele Kokospalmen, Bananen aber auch Betelnusspalmen geben ein schönes grün. Überall waren Großbaustellen für Überland-Pipelines (Wasser, Gas, Öl) zu sehen. Prasad’s Kommentar: „the country is prospering thanks to Mr. Modi“;(Anmerkung: der Premierminister Indiens). Nun ja, es sei mal dahingestellt ob alle Bürger den wirtschaftlichen Aufschwung Indiens der nationalistischen Hindu-Partei BJP von Herrn Modi zuordnen würden. Zumindest bewegt sich derzeit einiges in Indien….
Nach 2 Stunden waren wir recht entspannt in Chitradurga und nun wurde es eng. Im wahrsten Sinne des Wortes denn wir fuhren nun auf einer absoluten Nebenstrecke in den Westen des Landes nach Chikmagalur. So schön es ist durch die kleinen Dörfer zu fahren so gefährlich sind die Tiere (Kühe, Wasserbüffel, Schafe, Ziegen und auch Hühner) die unvermittelt auf die Straße laufen. Prasad musste manch spannendes Ausweichmanöver fahren. Er erklärte mir, dass im Falle eines Zusammenstoßes er das Tier bezahlen und auch den Schaden am Auto tragen müsste. Ganz andere Rechtsverhältnisse hier…
Die schmale Landstraße war auch an vielen Stellen über lange Strecken eine Baustelle. Sie wird gerade ausgebaut und verbreitert. Dies führte natürlich dazu, dass die auf der NH13 gewonnen Zeit nun wieder draufging.
Nach 5 Stunden reiner Fahrtzeit kamen wir am Tagesziel Chikmagalur an. Dieser ca 130.000 Einwohner zählende Ort liegt auf knapp 1.100 Meter Höhe inmitten eines großes Kaffeeanbaugebietes. Dieses Produkt kann man hier überall kaufen und seitens der Hotels werden Ausflüge in die umliegenden Kaffeeplantagen organisiert.
Da morgen wieder ein anstrengender Besichtigungstag ansteht meldete sich Prasad für den Pickup um 08:00h an. Also ließen wir es mit der Besichtigung einer Kaffeeplantage sein (hatte ich bereits mehrfach in Lateinamerika gemacht…) Da es erst ab 07:30h Frühstück gab kommentierte er nur „… have a quick brekkie…“.












