Eigentlich war ein ganz entspannter Tag geplant… Circa 250 km zu fahren und sonst nichts…. Als Tagesziel war das Nanutarra Roadhouse geplant, einzige Station im Umkreis von vielen hundert Kilometern.
Von Coral Bay erst in Richtung Norden auf Exmouth zu und weiter in Richtung Osten auf den North-West Coastal Highway. Die Strecke war total einsam. So gut wie kein Gegenverkehr. Tempomat auf 100 km/h und stur geradeaus. Da die Straße in einem sehr guten Zustand war und keine besonderen Vorkommnisse anfielen ging dies sehr schnell.
Auf dem Highway war dann auch nichts los und wir kamen extrem gut voran. Kurz vor Mittag waren wir dann bereits am Nanutarra Roadhouse mit der Aussicht den Rest des Tages dort ‚herum zu gammeln’.
Die Unterkünfte waren sehr einfache Holz-Wohncontainer mit Gemeinschafts-Sanitäranlagen. Darüber hinaus war das Publikum, welches sich auf der Station aufhielt nicht unser Geschmack….
Daher beschlossen wir, in Richtung auf den Karinjini Nationalpark weiter zu fahren. Dies bedeutete erst einmal weitere 260km auf einer Nebenstrecke bis zur nächsten Minenstadt Paraburdoo und um dort entweder auf eine Unterkunft zumindest aber auf ein Mobilnetz zu treffen. Telefonempfang war bis dahin mit keinem der beiden von uns verwendeten Netze möglich.
Auf dieser Nebenstrecke kam immer wieder die Warnung vor ‚Stray Animals’, mit anderen Worten frei herumlaufende halb- oder ganz wilde Rinder die dann auch an verschiedenen Stellen in kleinen Herden an der Straße auftauchten. Zudem zeugten einige am Straßenrand liegende Rinder-Skelette und extrem viele Bremsspuren auf dem Asphalt von ‚unliebsamen Begegnungen’ mit diesem Getier. Darüber hinaus haben wir – quasi als Indiz in einer verlassenen Ecke der Welt zu sein – wieder ‚One-Lane-Bridges’ angetroffen, welche wir bis dato nur von Neuseeland kannten.
Nach 3 Stunden angestrengtem Fahren waren wir dann in der Minenstadt Paraburdoo, wo es dann wirklich ein extrem starkes Telstra-Netz gab. Unser erster Anruf galt dem Karinjini Eco Retreat in welchem wir für den nächsten Tag eine Buchung hatten. Gerne bestätigte man uns, dass wir bereits früher kommen könnten und gab uns als weitere Fahrtzeit noch einmal 1,5 Stunden an.
In der Umgebung von Paraburdoo baut der Minenkonzern Rio Tinto Eisenerz in großem Stil ab und hat in dem Ort für eine gute Infrastruktur gesorgt und auch eine eigene Eisenbahnlinie hierher gebaut. Nach kurzer Tank- und Eiscreme-Pause ging es weiter zum Nationalpark. Auf dem Weg dorthin passierten wir den majestätisch aussehenden Mount Bruce (Punurrunha) dem mit 1235 mtr zweithöchsten Berg in Westaustralien.
Am Nationalpark angekommen nahmen wir Arthur, einen jungen Franzosen aus Versailles mit, der mutterseelenallein mit viel Gepäck an der Straße stand und auch zum Eco-Retreat wollte. Auf der teilweise ungeteerten Zufahrtsstraße wurden wir mit den Auswirkungen des Zyklon Olwyn konfrontiert der am13-Mar-2015 über diese Region zog. Die Spuren an der Straße bzw im Gelände ließen erkennen wie stark der Zyklon hier gewütet hat.
Am Ende des Tages waren es 660 km Fahrtstrecke und 8 Stunden Fahrtzeit. Aber immerhin ein Zelt über dem Kopf, welches uns zusagt….
Übrigens:
Aufgrund der enormen Zyklonschäden in der Region haben wir uns für eine Änderung der Reiseroute entschlossen. Anstelle der 400 km langen Gravel-Road Fahrt über den Millstream-Chichester Nationalpark nach Karratha werden wir den geteerten Great Northern Highway nach Port Hedland nehmen.
















