Heute ging es von Ait Benhaddou über den sog. ‚Anti-Atlas‘ (der geologisch ältesten afrikanischen Platte) durch das sog. ‚Safranland‘ bis nach Taroudant.
Neben dem Anbau von Krokussen für die Safrangewinnung ist die Gegend auch bekannt für die Teppichproduktion. Selbstverständlich haben wir in einer Ortschaft namens Tazenakht angehalten und uns die Herstellung der berühmten Berber-Teppiche erläutern lassen.
Im Verkaufsraum haben dann – zu unserer großen Überraschung – fast alle Mitreisenden einen mehr oder weniger großen Teppich erstanden. Abdullah und Susanne haben sogar ein besonders großes Exemplar (3×4 mtr; MAD 12.500) erstanden. Überraschend war schon wie klein die Teppiche vom Verkaufspersonal zusammengerollt wurden.
Wir hatten auch einen wunderschönen Teppich aus extrem weichem Kamelhaar und gefärbt in dunkel-Henna-Rot gefunden. Nur leider war der Teppich etwas zu breit. Ansonsten hätte er bei uns im Schlafzimmer einen Ehrenplatz bekommen.
Im weiteren Verlauf unserer Fahrt haben wir nahe Taliouine an einem Krokusfeld angehalten und auch einen Verkaufsstand für Safran aufgesucht. Auch hier wurde vom Angebot regen Gebrauch gemacht. Der uns angebotene Safran-Tee schmeckte allerdings nicht sehr gut (etwas bitter).
In dieser Region beginnt auch der Anbau der Argan-Bäume auch von den Einheimischen als ‚Ziegenbäume‘ bezeichnet. Die Bäume tragen einmal im Jahr Früchte, aus denen das mittlerweile weltbekannte Arganöl gewonnen wird. Das Öl wird entweder für die Kosmetik-produktion oder (aus den gerösteten Kernen) für Salatöl genutzt.
Die Argan-Bäume stehen unter dem besonderen Schutz der Regierung und dürfen nicht gefällt werden. Ziegenhirten treiben ihre Ziegenherden in die Plantagen und ehe man sich versieht besteigen die Ziegen geschickt die niedrig wachsenden Bäume und fressen junge Triebe und einen Teil der Früchte. Die harten Kerne der Früchte werden von den Ziegen ausgespuckt (nicht ausgeschieden!) und von den Einheimischen ebenfalls aufgesammelt und verwendet.
Chinesische Kunden haben zwischenzeitlich umfangreiche Verträge mit Arganöl-Kooperativen abgeschlossen und große Teile der jährlichen Produktion werden nach China verschifft. Der hohe Wert des Arganöls hat natürlich Versuche des Anbaus der Arganbäume in anderen Regionen der Welt nach sich gezogen. Allerdings sind die Arganbäume in den Anpflanzungen immer eingegangen was für die einmalige Anbau-Rahmenbedingungen in Marokko spricht.
Bei unserer Ankunft in Tourandant haben wir einen ehemaligen in den 1950iger Jahren Sultanspalast besucht. Der Palast war – nach dem Tode des Sultans – eine Zeit lang als Hotel genutzt worden, verfällt jetzt allerdings mehr und mehr. Mit seinen 140 Zimmern steht der Palast wohl zum Verkauf. Wir wurden an das ‚Marrigold-Hotel‘ und den gleichnamigen Film erinnert und wir hatten unseren Spaß daran, uns vorzustellen wie wir hier in diesem Hotel als Rentner leben würden…. Vielleicht gewinnt ja jemand im Lotto….
Unser etwas außerhalb Tourandant liegendes Riad-Hotel war erste Klasse und wir genossen einen wunderschönen Abend in diesem tollen Hotel…
































