Heute überraschte uns der neuseeländische Wettergott wieder einmal völlig…
Nach dem gestrigen wunderschönen Tag hatte er sich entschlossen, heute Herbst zu üben! Es war grau-in-grau, regnete und die Temperaturen lagen bei 13-14 Grad. Zudem ein unangenehmer kalter Wind…
Also hieß es sich warm einzupacken und trotzdem das vorgesehene Programm abzuspulen….
Wir fuhren hinaus auf die linke Spitze der Otago Peninsula nach Port Chalmers. Dies war im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts der bedeutendste Hafen des Otago und Ausgangspunkt auch für viele Südpol-Expeditionen. Im Hafen lag heuer weder ein Kreuzfahrt- noch ein Containerschiff und auch ansonsten war bei diesem bescheidenen Wetter kaum ein Mensch unterwegs.
Wir beschränkten uns auf einen kurzen Durchmarsch durch die Main Street und fuhren dann an der Bucht entlang (ca 15 km ) ganz hinaus bis ans offene Meer (heißt Pazifik). Es blies schon ganz schön da draußen und nur ein einziger Seelöwe hatte sich – dem Winde trotzend – in den Sand eingegraben. Ehrlich gesagt vermissten wir hier irgendwo das Schild mit der Aufschrift „Ende der Welt“…
Bei der Rückfahrt auf der sehr engen und kurvenreichen Küstenstraße fuhren wir an einer Unfallstelle vorbei. Es wurde gerade ein PKW aus dem Wasser geborgen. Der Unfall muss nach unserer Vorbeifahrt geschehen sein, denn ca 30-40 Minuten früher hatte er dort noch nicht im Meer gelegen…
Zurück in Port Chalmers besuchten wir noch den Flagpole Lookout von wo aus man eine schöne Übersicht auf die Stadt hat. Ebenso musste eines der gemütlichen Cafe’s zum Aufwärmen herhalten…
Da sich das Wetter etwas gebessert hatte und zumindest der Regen aufgehört hatte fuhren wir auch noch auf die andere Seite der Otago Halbinsel. Mit dem Gedanken an den im Meer liegenden PKW zuckelten wir ganz gemütlich die Küstenstraße entlang und hielten unterwegs mehrfach zum Fotostopp an.
Eigentlich hatten wir auch vorgehabt, das am Wege liegende Larnach Castle zu besuchen aber bei den heftigen Eintrittspreisen entschieden wir uns dann doch dagegen…
Auf der Spitze der Otago Peninsula liegt das Taiaroa Wild Life Reserve. Es handelt sich um die einzige am Festland liegende Brutstätte von Albatrossen sowie eine Seelöwenkolonie und Nistfelsen für eine Vielzahl von Seevögeln und Pinguinen. Dieses Reserve kann man nur im Rahmen einer offiziellen fachkundigen Führung betreten. Da wir keine Anmeldung hatten hätten wir ca 2,5 Stunden auf die nächste einstündige Führung warten müssen. Aus diesem Grunde beschränkten wir uns auf einen Besuch der frei zugänglichen Bereiche und fuhren dann zurück über die sog Highcliff Road.
Von dieser engen und gewundenen Strasse hat man wunderschöne Ausblicke auf die Otago Halbinsel mit ihren vielen Buchten.

































