Varanasi auch als Benares oder Kashi benannt, ist eine Stadt im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Sie liegt am heiligen Fluß Ganges und hat mit Umland 2,6 Millionen Einwohner. Varanasi ist eine der ältesten Städte Indiens und gilt als heiligste Stadt des Hinduismus. Varanasi soll um 1.200 v. Chr. gegründet worden sein.
Entlang des Flusses ziehen sich auf 7 Kilometer Länge, stufenartige Uferbefestigungen hin, die Ghats, an denen auf der einen Seite die Gläubigen im Wasser des für sie heiligen Flusses baden und wenige Meter weiter die Leichen der Verstorbenen verbrannt werden. Ein Bad im Ganges soll von Sünden reinigen, in Varanasi zu sterben und verbrannt zu werden, ist der hinduistischen Mythologie zufolge, der Ausbruch aus dem ständigen Kreislauf der Wiedergeburt.
Neben den erwähnten insgesamt 84 Ghats verfügt Varanasi über ca. 200 wichtige hinduistische, jainistische und buddhistische Tempel. Zu vielen davon haben Nicht-Hindus allerdings keinen Zutritt.
Seit Mitte Januar bis Anfang März findet das größte religiöse Fest der Welt – die Kumbh Mela – in der Umgebung von Ahallabad statt. Dort werden dieses Jahr ca 150 (!) Millionen Pilger erwartet. Viele davon machen sich auch auf den Weg nach Varanasi um bei dieser Gelegenheit ebenso in den heiligen Fluten des Ganges zu baden. Daher ist die Stadt derzeit total überlaufen.
Der 2-stündige Flug von Mumbai nach Varanasi war ohne Probleme verlaufen. Ich wurde am Flughafen abgeholt und nach ca 25 Kilometern waren wir in Varanasi. Dort ging erst einmal verkehrstechnisch gar nichts mehr… wir standen in einem Strom von Menschen und Fahrzeugen fest… den letzten Teil der Strecke musste ich – begleitet von einem Gepäckträger – zu Fuß durch die Menschenmenge zurücklegen. Das Gewühl in den Strassen, Gassen und Hohlwegen war schlimmer als ich es bis dato in ‚Old Delhi‘ (meiner bisherigen Referenz) erlebt hatte…
Im Hotel, dem Ganpati Guesthouse – direkt am Meer Ghat gelegen – war es dann bedeutend ruhiger und vom Zimmer aus hat man einen fantastischen Blick auf den Ganges und die Ghats.
Nach kurzer Pause und Einweisung durch den Rezeptionisten habe ich mich auf den Weg gemacht entlang der Ghats. An den Geruch von Urin, Fäkalien, Kuhdung, Feuer etc muss man sich schnellstens gewöhnen. Überall traf man auf badende Pilger die sich ohne Scheu auf den Treppen wuschen und umzogen. Zudem waren vieler Orts ‚heilige Männer‘ (= Sadhus) zu sehen, die von der Kumbh Mela herüber gekommen waren. Die meisten von ihnen waren vollständig nackt und hatten ihre Körper nur mit grauer Asche eingerieben. Die Sadhus haben der Sexualität völlig entsagt und laufen daher ganz ohne scheu nackt herum… (Kontrastprogramm zum sonst so prüden Indien).
Nach einer nachmittäglichen Siesta wurde ich um 17:30h durch den Führer Vishal abgeholt. Zunächst ging es mit dem Ruderboot zum größten der beiden Verbrennungsstätten Varanasis, dem Jallahsay Ghat. Hier werden rund um die Uhr täglich mehr als 200 Menschen verbrannt. Eine Verbrennung benötigt 300 kg Holz und die ganze Bestattungsprozedur kostet zwischen 600 und 700 Euro. Dies können sich natürlich nicht alle Inder leisten und daher werden immer mehr Verstorbene in einem gas-betriebenen Krematorium verbrannt.
Zum Jallahsay Ghat haben nur Männer Zugang. Die Korpusse werden vor der Verbrennung durch Helfer im Ganges eingetaucht (= rituell gereinigt) und dann zündet der nahestehendste Angehörige (kahlgeschorener Mann, Bruder, Sohn etc) den Holzstapel an. Nach den 3-3,5 Stunden werden die Asche und die verbliebenen Knochen in den Ganges geworfen bzw gestreut.
Anschliessend ging es – gemeinsam mit mehreren hundert anderen Booten – zum Dashashwamedh Ghat wo allabendlich die sog Ganga-Aarti-Ceremony (auch ‚Feuer-Zeremonie‘ genannt) stattfindet. Neben den vielen Menschen zu Wasser waren an Land Tausende Gläubige und Pilger versammelt die andächtig der durch 5 Priester vorgetragenen Zeremonie folgten. Zu Musik und Mantren sangen und Klatschten die vielen Menschen. Zum Abschluss wurden brennende Lichter/Leuchten in den Ganges gesetzt die sich langsam auf dem Weg durch die Boote stromabwärts machten… beeindruckend!
Zum Abschluss des Abends habe ich auf der Dachterasse des Hotels gegessen. Dabei bekam ich mit, wie sich einige Franzosen in unserem ‚alcohol-free guesthouse‘ Bier bestellten. Die erfinderischen Kellner lieferten das Bier der Marke Tuborg in metallenen Teepötten… so habe ich mein Bier noch nie getrunken… schmeckte aber auch und ist bestimmt der einzige Tee der lustig macht…





















































Hallo Peter,
hoffentlich war der „Tee“ auch kalt!
Weiterhin eine schöne Reise.
LG Horst
Ja, war er… man könnte zum ‚Tee-Liebhaber‘ werden…