Mittwoch, 06-Mar-2019 – Old-Goa & Panaji


Pünktlich um 08:00h war der Taxifahrer da für den Ausflug nach Old-Goa und Panaji. Schnell ging es durch die noch ruhigen kleinen Dörfer, über den Chopra River nach Mapusa wo allerdings bereits das morgendliche Markttreiben bereits voll im Gange war.

Hinter Mapusa ging es auf den Highway der auch hier schon Bestandteil der Großbaustelle zwischen Kerala und Mumbai ist. In manchmal halsbrecherischer Fahrt ging es nach Old-Goa welches um 09:05h erreicht wurde…


Historischer Rückblick

Vasco da Gama hatte 1498 als erster westlicher Seefahrer  Indien auf dem See erreicht (Calicut) und in den darauffolgenden Jahren hatte der portugiesische König weitere Expeditionen nach Indien entsandt, die immer weiter nach Süden und Osten vordrangen.

So kam dann im Jahre 1510 Alfonso de Albuquerque mit einer kleinen Streitmacht zum Mandovi River / Goa und besiegte den hier siedelnden Schah. De Albuquerque erkannte den nutzen des im Mandovi-Fluß liegenden Hafen und gründete hier die spätere Hauptstadt des Portugiesisch-Indischen Kolonialreiches. Anzumerken ist, dass die Eroberer gegenüber den hier den Handel beherrschenden Muslimen aber auch den Einheimischen mit teilweise grausamer Gewalt vorgingen und einen rücksichtslosen Ruf manifestierten.

Die Portugiesen waren im Laufe der Jahre immer weiter nach Süden (Kerala, Galle/Sri Lanka) und Osten (Melakka/Malaysia, Timor/Indonesien, Macao etc.) vorgedrungen und zwischen all diesen Stationen entwickelte sich ein lebhafter Handel. Im Hafen von Old-Goa wurden jährlich circa 1.000 Schiffe abgefertigt und Old-Goa hatte in seiner Blütezeit ca. 300.000 Einwohner (wodurch die Stadt größer war als London oder Lissabon zu dieser Zeit).

Basierend auf diesem Reichtum wurden große Sakralbauten in Auftrag gegeben. Die Sé-Kathedrale wurde 1563 in Auftrag gegeben und es dauerte 100 Jahre bis dieses in der damaligen Zeit zweitgrößte Gebäude der Welt (nach dem Petersdom) fertiggestellt wurde. Die Kirche ist zudem für seinen vergoldeten Altar sowie die 14 sehr schönen Seitenkapellen bekannt.

Natürlich haben sich auch viele Orden hier niedergelassen und haben von Old-Goa aus die Christianisierung des Ostens betrieben. Viele bauten hier große Konvente mit entsprechend großzügig gestalteten Kirchen (z.B. St.-Francis-Kirche, St.-Catejan-Kathedrale).

Die bedeutendste Kirche Old-Goa ist jedoch die Basilica Bom Jesus, die 1605 (also vor der Sé-Kathedrale) fertiggestellt wurde. Sie beinhaltet die Gebeine des 1622 heilig gesprochenen Franziskus Xavier, der bei der Missionierung Asiens zwar sehr erfolgreich, aber auch nicht zimperlich gewesen sein soll.

In Old-Goa grassierten mehrere Cholera- und Pestepidemien, die allein im Jahre 1635 die Bevölkerung halbierten. Indische Eindringlinge und Niederlagen gegen die Engländer  führten dazu, dass gegen Ende des 17. Jahrhunderts nur noch 20.000 Einwohner in Old-Goa lebten. Als 1759 die Hauptstadt der Kolonie nach Panaji verlegt wurde lebten nur noch 2.000 Einwohner im Ort. Die ehemaligen reichen Kaufleute mussten ihre Villen als Baumaterial verkaufen und so ist zu erklären, dass außer den Sakralbauten so gut wie kein Gebäude mehr aus dieser Zeit erhalten ist. Das 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannte Old-Goa kann man mit Fug und Recht als eine ‚Museums-Stadt‘ bezeichnen denn neben den Kirchen sind hier nur Museen angesiedelt.

Nach knapp 2 Stunden Besichtigung der wesentlichen sakralen Gebäude ging es weiter den Fluss abwärts ins 10 Kilometer entfernte Panaji.

Panaji wurde bereits im 11. Jahrhundert durch lokale Schahs gegründet und hatte den Status einer Sommerresidenz. Dadurch waren entsprechende Gebäude vorhanden die von den Portugiesen ab 1759 genutzt und weiter ausgebaut wurden. Heute ist Panaji das Zentrum des Bundesstaates Goa und eine sehr lebhafte Stadt.

Sehenswert sind die Kirche ‚Our Lady of Immaculate Conception‚ sowie einige historische Gebäude in der Altstadt.


Nach so viel Kultur ging es kurz nach 13:00h zurück nach Mandrem. Zwischenzeitlich war es auch sehr heiß geworden und so stand einem Nachmittag im Schatten des Retreats nichts mehr entgegen…

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