Freitag, 31-Jan-2020 – nach Hause…


Am Dabolim-Flughafen in Vasco da Gama/Goa habe ich eine recht unruhige Nacht verbracht. Das ausgesuchte Hotel hatte einen riesigen Vorteil: es lag quasi um die Eck‘ zum Terminal, allerdings hatte man (und dies war der entscheidende Nachteil) auch das Gefühl, dass die startenden und landenden Flieger quasi durchs Zimmer flögen…. und eine Einfach-VergLasung ist halt‘ kein wirklicher Lärmschutz…

Nun, an der Rezeption  sagte man mir, dass ab 21:30h der Flugverkehr weniger würde und ich ja eh bereits um 05:00h zum Terminal müsste um die Morgenmaschine nach Mumbai zu bekommen… Also Ohrenstopfen hinein und Augen zu (und durch)…

Ich habe trotz des gelegentlichen Fluglärmes ganz OK geschlafen und war recht früh am Flughafen um zu erfahren, dass meine Maschine 30 Minuten Verspätung haben wird. Mal sehen wie es in Mumbai mit dem Anschlussflug sein wird…

Es herrschte am Dabolim-Flughafen bereits die ’normale‘ indische Betriebsamkeit eines Airports. Erst einmal den am Eingang stehenden Soldaten das Flugticket und den Pass vorzeigen (sonst kommt man nicht ins Terminal), dann die für Air India zuständige Maschine zum Scannen des aufzugebenden Gepäcks finden und sich dann zum Einchecken anstellen (Online-CheckIn geht für Ausländer leider nicht). Nach 60 Minuten war ich den Koffer los und hatte meine Boarding Pässe bis Frankfurt in den Händen. Nun konnte der Security-Check und die Immigration folgen. Auch hier entsprechend lange Schlangen und äußerst gründliche Kontrollen. Nach weiteren 30 Minuten war auch dies erledigt und schon bald war die Maschine zum Einsteigen bereit. Man kann seine Zeit an einem indischen Flughafen schon ganz gut ‚rum bekommen…

In Mumbai angekommen stellte sich dann heraus, dass auch hier eine Verspätung (eingeplant?) vorliegt. 20 Minuten… also keine Sorge wegen des Gepäcks. Die Umladung auf den Flieger nach Frankfurt dürfte wohl klappen…

Recht pünktlich bestiegen wir das Flugzeug und ich mußte feststellen, dass recht viele indische Mitreisende sich mittels Gesichtsmasken gegen den aus China grassierenden Corona-Virus  geschützt hatten. Leider ergab sich beim Start eine Verschiebung des Abfluges da noch auf knapp 50 Mitreisende aus Hyderabad gewartet wurde. Diese kamen dann nach weiteren 45 Minuten und somit hatte unsere Maschine dann bereits 65 Minuten Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Flugplan.

Ich dachte bereits an meinen Anschlusszug (Sonderangebot 1. Klasse mit fester Zugbindung) in Frankfurt-Flughafen… allerdings hatte ich zwischen geplanter Landung (14:00h Ortszeit) und Zugabfahrt (17:36h) immerhin 3 Stunden und 36 Minuten für den Übergang eingeplant… dürfte wohl klappen!

Tja und dann beehrte uns der Kapitän mit der Durchsage, dass wegen starkem Verkehrsaufkommen wir noch einige Zeit warten müßten bis wir endlich abheben könnten… schlußendlich sind wir dann mit 2 Stunden Verspätung auf den revidierten Flugplan (20 Minuten später) gestartet.  Na, klappt dies immer noch in Frankfurt?

Unterwegs stellte sich dann heraus, dass wir extrem starken Gegenwind hatten. Die Jetstream waren gegen uns! Die Zeit, die auf dem Hinflug gewonnen worden war legten wir nun wieder drauf… bzw der Kapitän konnte keinen Teil der Verspätung herausholen.

Um 16:40h Ortszeit sind wir dann in Frankfurt gelandet. Bis zur Zugabfahrt um 17:36h schon eine ganz schöne Herausforderung… Die Passkontrolle mittels Automat klappte super und in weniger als 3 Minuten war ich hindurch. Dann kam aber das elendig lange warten auf den Koffer! Frankfurt ist halt bekannt dafür KEIN wirklich schneller Flughafen zu sein. Nun, um 17:45h hatte ich dann meinen Koffer und machte mich auf den Weg durch das Freitag-Nachmittag-Gewimmele auf dem Frankfurter Flughafen zum Fernbahnhof der DB. Da die Deutsche Bahn  ja auch immer Verspätung hat… vielleicht habe ich noch eine Chance….

Aber leider war der Zug ausgerechnet an diesem Freitag pünktlich gewesen! Ich fand mich also etwas desillusioniert im Kunden-Center der DB ein und erklärte der freundlichen Dame am Schalter meine miesliche Lage… Sie klappert ein wenig auf der Tastatur herum, nickte verständnisvoll und teilte mir dann mit, dass um 18:36h auch ein Zug fahren würde und dieser in der 1. Klasse noch recht leer sei. (Wie sich herausstellte war die 2. Klasse recht voll da viele VFB Stuttgart-Fans zum Auswärtsspiel bei St. Pauli fuhren).

Dort könnte ich wohl entspannt mitfahren… Was meine Zugbindung anbelangte so stempelte Sie auf meine Fahrkarte ein „Zugbindung aufgehoben“ und erklärte mir, dass ich nach einer solch langen Anreise und nach einem unverschuldeten Verpassen meines Anschlusszuges ich ‚ausnahmsweise‘ mal ohne sonst zu zahlenden Zuschlag mitfahren könne. Zusätzlich gab sie mir noch eine kostenlose Reservierung für einen Sitzplatz in der 1. Klasse…. Ich hätte die Dame küssen können !!! She really made my day…. ein ganz großes Lob auf die Deutsche Bahn.

Im Endeffekt kam ich völlig entspannt mit nur einer Stunde Verspätung zum Original-Fahrplan in Hamburg-Harburg an wo Anne mich freudig begrüsste…

 

 

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