Freitag, 16-Feb-2018 – Tempel


Am Morgen fiel auf dass die Straßen in Sheung Wan und Central menschenleer waren und die meisten Geschäfte hatten geschlossen… Chinese New Year (CNY) halt! Sonst erlebt man Hongkong nicht so ruhig…

Zunächst ging es mit der U-Bahn in Richtung Norden. Zum Wong Tai Sin oder auch „Tempel der Wahrsager„. Dies ist der beliebteste Tempel der Hongkonger und es werden dort alle nur erdenklichen Arten der Vorhersage der Zukunft angeboten. Von Karten legen, Bambusstäbchen schütteln bis hin zu Vögeln, die Umschläge mit Weissagungen aus einem Korb ziehen…

Am Tempel angekommen stellte sich heraus dass wohl Tausende Hongkonger sich für das neue Jahr des Hundes die Zukunft voraussagen lassen wollten bzw ihre Wünsche darbringen wollten. Es herrschte ein unglaublicher Andrang. Räucherstäbchen und kunstvolle Geschenkgebilde an die Götter (um sie für 2018 gnädig zu stimmen) sowie jede Menge (rote) Zettel, auf denen die Wünsche an die Zukunft aufgeschrieben wurden…

Wir reihten uns in den Strom der Menschen ein und wurden durch einen vorgegebenen Weg durch den Tempel geschleust. Ausscheren ging nicht. Stehenbleiben nur am Rande des Stromes…

Nach knapp einer halben Stunde waren wir wieder draußen vor dem Tempel. Dort hatte man mittlerweile angefangen die aus der U-Bahn herbeiströmenden Pilger zu sammeln und nur noch schubweise in den Tempel zu lassen… gut dass wir so früh hier waren…

Weiter ging es mit der U-Bahn zur sog. Chi Lin Nunnery die 1934 gegründet und 1990 im Stil der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.) renoviert wurde. Das Chi Lin Nonnenkloster ein großer Tempelkomplex mit eleganter Holzarchitektur und gilt als schönste Tempelanlage Hongkongs. Die Anlage beinhaltet auch eine Reihe von Tempelhallen, in denen einige Buddha- und Götterstatuen aus Gold, Ton und Holz stehen (die man aber nicht fotografieren darf).

Der gegenüber liegende Nan Lian Garden liegt inmitten von unzähligen Hochhäusern. Der öffentliche Park ist ebenfalls im Stil der Tang-Dynastie angelegt. Der malerische Garten ist akribisch über eine Fläche von 3,5 Hektar gestaltet, wobei jeder Hügel, Felsen, jedes Gewässer und jede Pflanze und jeder Strauch nach speziellen Regeln und Methoden angelegt wurde. Er scheint ein Lieblingstreffpunkt der philippinischen und malaiischen Hausmädchen zu sein, die sich hier zu Dutzenden treffen und gemeinsam ihre Freizeit verbringen.

Auf dem Rückweg nach Sheung Wan sind wir in Kowloon ausgestiegen und sind noch etwas über die Temple Street geschlendert wo der tägliche Nachtmarkt stattfindet. Dort konnten wir noch kurz einen Löwentanz sehen der anlässlich des CNY vor einem Restaurant vorgeführt wurde.

Abends sind wir noch Mals zum Nachtmarkt auf die Temple Street gefahren… in den Strassenrestaurants herrschte Betrieb, aber auf dem Markt war nicht viel los. Später am Abend fand rund um die Nathan Road noch eine CNY Parade statt. Der Menschenandrang war enorm (fast wie beim Karneval in Köln…) und wir hatten irgendwie genug von all‘ dem Gedränge. Mit der Star Ferry sind wir zurück gefahren nach Sheung Wan.

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