Das Autofahren in New Zealand ist zunächst geprägt vom Grundsatz „Keep Left – Always!“ Dieser Hinweis klebte freundlicherweise am Rückspiegel des AVIS-Mietwagens und – bis auf einmal – hat es auch geklappt.
Insgesamt sind wir 4.850 km in NZL gefahren (1.500 auf der Nord- und 3.350 km auf der Südinsel) und haben dies durchweg als entspanntes und defensives Autofahren empfunden. Die Tagesetappen lagen bei maximal 320 km. Was einer reinen Fahrtzeit (ohne Pausen) von 5 Stunden entsprach.
Die erlaubte Maximalgeschwindigkeit ist 100 km/h und für LKWs 90 km/h. In den Städten (wenn nicht anders ausgezeichnet) 50 km/h. An die Geschwindigkeitsbegrenzungen sollte man sich unbedingt halten, da die Polizei bei Temposündern mit entsprechend harten Strafen durchgreift. Mobile Überwachungen draußen auf freier Strecke sind üblich und es gibt auch – wenn auch wenige – installierte Radarkameras (die unser Tom-Tom-Navi-Programm immer mit entsprechendem Warnton ankündigte).
Im Folgenden einige Hinweise auf Besonderheiten die man beachten sollte:
- Abgesehen von einigen ‚motorways’ in Großstadtnähe spielt sich der gesamte Verkehr auf einspurigen (je Richtung) Landstraßen ab. In steilen Bergpassagen hat man ‚pass-by lanes’ die je nach Berganstieg die Seite wechselt und zum Überholen langsamer Fahrzeuge genutzt werden kann. Auch beim Überholen gilt Tempo 100 km/h!
- Der Straßenzustand ist allgemein recht gut, wobei zu sagen ist, dass die Straßen für 100 km/ ausgelegt sind und nicht mehr! Sie sind in die Landschaft gebaut und nicht unbedingt begradigt, was zu häufigen horizontalen Fahrzeugwechseln führen kann. Zudem ist der Asphalt sehr rau und erzeugt entsprechend hohe Fahrgeräusche. Leitplanken sind so gut wie unbekannt und wenn man über den Rand einer Strasse hinausschiesst würde es oft schön tief hinuntergehen.
- Vor den Kurven werden immer Geschwindigkeitsempfehlungen angezeigt, die man bitte unbedingt beachten sollte. Maximal 5 km/h mehr sind machbar aber auch nicht darüber hinaus. Auch die Schilder ‚slippery when wet’ sollte man beachten. Sie stehen nicht umsonst da….
- Kreisverkehre sind allgegenwärtig und auch hier gilt: vorsichtig und links fahren. In manchen Städten kann man sich schwindelig fahren vor lauter Kreisen….
- One-Lane-Bridges sind zumindest in den ländlichen Gegenden der Südinsel die beherrschende Art der Fluß- oder Schlucht-überquerung. Vor der Brücke ist jeweils angegeben, wer Vorfahrt hat und daran sollte man sich halten! Im Zweifelsfalle sollte man sich ‚undeutsch’ verhalten und auf ‚sein Recht der Vorfahrt’ verzichten denn nicht alle Brücken haben Ausweichstellen in der Mitte. Rückwärtsfahren auf einer schmalen Brücke macht sich nicht so gut!
- Radfahrer mit viel Gepäck sind insbesondere auf der Südinsel viel unterwegs. Da es kein Radfahrwegenetz gibt muss man sich die Fahrbahn teilen und es ist größte Vorsicht beim Überholen geboten.
- LKW’s sind groß, mächtig und haben eine enorme Luftverdrängung, wenn sie einem auf den schmalen Landstraßen mit 90 km/h entgegenkommen. Also Lenkrad gut festhalten wenn ein Brummi passiert…
Unser Vermieter AVIS erlaubt es nicht, dass ein Fahrzeug von der Nordinsel auf die Südinsel mitgenommen wird. Man gibt also sein Fahrzeug auf der einen Insel ab und bekommt im Fährhafen bei Ankunft ein anderes Fahrzeug gestellt. Dies ist leider etwas ‚unbequem’, da man sein Gepäck auf der Fähre handhaben muss. Es soll auch Vermieter geben, bei denen man die Fahrzeuge mitnehmen kann. Bitte vorher erkundigen…
Unsere Fahrzeuge waren Toyota RAV4 Benziner. Leider gibt es bei AVIS kaum Diesel-Fahrzeuge, was zu höheren Betriebskosten führt. Verbrauch lag so bei 8,5 – 9 Liter/100km. Dieselkraftstoff ist deutlich günstiger als Normalbenzin. 1 Liter Diesel kostet 1,20 – 1,30 NZD wohin gegen Normalbenzin (91 unleaded) 1,90 bis 2,00 NZD kostet. Auf der Südinsel in abgelegenen Gebieten kann es auch mal 2,20 NZD sein.
Apropo Tanken: insbesondere auf der Südinsel Westseite (also Glacier und Fjordland) den Tankinhalt im Auge behalten und rechtzeitig tanken. Kann schon mal sein, dass die nächste Tankstelle in 150 km Entfernung kommt.
Bezahlung vornehmlich mit der Kreditkarte. In abgelegenen Orten gibt es auch 24/7 Tankstellen, die nur auf Kreditkarte arbeiten. Aber nicht die deutschen Karten mit dem Chip, sondern die alten mit dem Magnetstreifen und der PIN.
Der RAV4 war aus unserer Sicht ideal. Hohe Sitzposition, viel Platz für Beine und Gepäck. Angenehmes Fahrverhalten…. Sieht man zu Unmengen auf der Straße. NZL ist halt Toyota-Land….
Entspanntes und vorsichtiges Fahren ist angesagt. Man sollte immer damit rechnen, dass hinter der Kurve Felsen/Steine auf der Fahrbahn liegen oder Schafe herumlaufen….
Tja, und dann war da noch das Thema mit der englischen Übersetzung ausländischer Führerscheine, welche seit dem April 2014 Pflicht ist. Aber darüber hatten wir ja ausführlich berichtet….
