Im Haus war noch alles still als wir um 08:00h abfuhren… Es hatte in der Nacht heftig geregnet und dementsprechend war es angenehm kühl. Zunächst ging es 60 km entlang einer Nebenstrecke durch den Kalbarri Nationalpark. Ganze zwei (2) Fahrzeuge kamen uns auf dieser Strecke entgegen…
Übrigens ist der Kalbarri Nationalpark mit mehr als 1.800 qkm mehr als doppelt so groß wie der Stadtstaat Hamburg… Allerdings gibt es nur zwei Straßen…
Anschließend bogen wir auf den North West Coastal Highway Richtung Norden ein und das Navi erfreute uns mit der Information „Nach 368 km biegen Sie links ab….“ Nun denn, schnur gerade aus durchs Outback… Die nächste Service Station nennt sich Billabong Roadhouse und kommt in 130 km.
Alle paar Kilometer kommt uns ein Road Train entgegen, gelegentlich mal ein Wohnmobil oder ein anderes Fahrzeug.
Apropo Road Train: die gibt es hier in zwei Ausprägungen: mit zwei oder mit drei Anhängern. Pro Anhänger ein 40-Fuß-Container (dies sind die großen Blechkisten).
Wir haben bisher unterwegs häufig Road Trains mit 3 Anhängern für Zement, Treibstoff oder Getreide gesehen.

Tja und da war noch das Emu-Pärchen, welches gemächlich über den Highway stolzierte und nur nach einem Bremsmanöver und anschließendem Hupkonzert von der Straße vertrieben werden konnte. Glück gehabt…
Im Billabong Roadhouse haben wir eine kurze Rast gemacht und bei Country Western Musik einen Flat White getrunken. Dazu konnte man Polaroid-Fotos von Reisenden mit entzückenden Tattoos an den Wänden betrachten. Leider konnten wir kein Foto zur Sammlung beisteuern…

Nördlich des Roadhouses zog der Himmel immer mehr zu und wurde regelrecht schwarz. Die Temperatur hatte knapp 30 Grad erreicht, als es anfing zu Blitzen und ein heftiger Regen niederkam… Gott-sei-Dank war der Regen nur von kurzer Dauer, da das Unwetter nach rechts (Osten) abzog. Wieder Glück gehabt…
Einige Kilometer weiter mussten wir feststellen, dass rechts und links neben dem Highway das Wasser vom vorherigen Regenguss noch zwischen den Bäumen und Büschen stand…. Unsere ganze Aufmerksamkeit galt daher nun den ‚Floodway’ Schildern die anzeigen, dass eine Straße ‚landunter’ sein kann…
Tatsächlich kamen dann auch zwei Passagen, wo es hieß: Allrad und Scheibenwischer einschalten und durch… Die gelblehmige Brühe schlug über unserem Kopf zusammen, aber es lief nichts ins Fahrzeug… Nochmals Glück gehabt…
Auf den letzten hundert Kilometern warnten die Straßenschilder intensiv vor freilaufenden Rindviechern und wirklich, rechts und links neben der Straße tauchten freilaufende Exemplare (jung und alt) auf, die der Meinung waren, unbedingt das frische Grün am Seitenstreifen naschen zu müssen… Höchste Vorsicht war geboten bei derartigen Weggenossen was die schwarzen Bremsspuren auf dem Asphalt mehr als deutlich zum Ausdruck brachten…
Nach 5 Stunden Fahrtzeit kamen wir in Carvarnon an und mussten feststellen, dass auch hier Berge von Müll, Hausrat und Bäumen am Straßenrand lagen. Der Zyklon hatte in der vergangenen Woche auch hier zugeschlagen. In unserem Motel waren Dachdecker noch dabei, die letzten Reste des Daches zu reparieren.
Als die Dame an der Rezeption hörte, dass wir aus dem Süden kommen fragte sie uns sogleich „…have you had a bit of rain today ???… was wir ja nur teilweise bestätigen konnten. Wir haben halt Glück gehabt…
Noch eine Anmerkung zum Thema Hitze:
Wir reisen mit einem Apple I-Phone 4S als Navi an der Windschutzscheibe. Durch die starke Sonneneinstrahlung quittiert das I-Phone jenseits der 55 Grad wegen Überhitzung den Dienst und es dauert eine Weile bevor es wieder betriebsbereit ist.
Aus einem Bogen Karton (aus dem Schreibwarenladen) und etwas schwarzem Isolierband (!) haben wir uns eine Art Manschette um die I-Phone-Halterung gebaut. Dadurch fällt direkt keine Sonnenstrahlung mehr auf das I-Phone und zudem wirkt die Manschette als Resonanzkörper und somit ist unsere „Uschi“ nun noch besser zu verstehen…
Übrigens: Carnarvon ist ein riesiges Obstanbaugebiet…
80 % aller in Westaustralien verkauften Bananen stammen von hier… sind echt lecker!


