Heute Nacht wurden wir durch heftiges Blitzen und Donnern mit anschließendem heftigen Regen geweckt. Es regnete wie verrückt und in unserem Zelt breitete sich eine unangenehme Feuchtigkeit aus. Der dem Zelt angeschlossene ‚Nasszellenbereich’ machte seinem Namen alle Ehre und war komplett unter Wasser. Nebst der Handtücher, Toilettentaschen und sonstigen dort befindlichen Gegenstände.
Nur der in unserer Toilette lebende Frosch dürfte das viele Wasser begrüßt haben…
Wirklich kein Witz: in unserer Toilette lebte ein Fröschen, das immer wieder mal auftauchte und dann wieder im Abfluss verschwand. Foto gibt es leider nicht wegen des Überraschungseffektes…
Zum Morgengrauen hörte der Regen auf und beim ersten Kontakt mit der Außenwelt waren die Fliegen und Moskitos wieder da und fielen über uns her… grausam….
Beim Frühstück besprachen wir dann die Lage…
- Wettervorhersage: weiterhin Gewitter.
- Temperatur über 30 Grad.
- Luftfeuchtigkeit extrem hoch.
- Wanderwege: hoffnungslos aufgeweicht und jede Menge Schlamm und Wasserlachen.
- Dazu noch die Fliegen und Moskitos…
Resultat: wir reisen ab!!!
Mit dieser Entscheidung waren wir wohl nicht allein, denn wir sahen, dass in vielen Zelten gepackt und ausgecheckt wurde.
Unser Ersatzziel war schnell gefunden: Port Hedland, der große Erzhafen im Norden der Pilbara. Zwischen dem Karinjini Nationalpark und Port Hedland liegen ca 380 km überwiegend auf dem Great Northern Highway, wobei es eine Tankstelle gibt (siehe unten) und sonst nur jede Menge Nichts und Minen…
Die Fahrt durch dieses Nichts war wieder einmal gekennzeichnet durch sehr viele Road Trains (nun aber jeweils bestehend aus 4 riesigen mit Erz gefüllten Anhängern), einer großen Anzahl von Oversized Trucks, die überdimensionierte Minengeräte transportierten und viele Kadaver von ‚Stray Animals’ (meist Rinder) die rechts und links neben der Straße lagen. Ausgewichen oder gebremst wird halt nicht…
Das Thermometer stieg auf 37 Grad, der Highway flimmerte heiß am Horizont und die Landschaft wechselte oft komplett ihr Aussehen…
Nach 5 Stunden konzentrierter Fahrt kamen wir wohl behalten in Port Hedland an und nach einer erfrischenden Dusche (ohne Fliegen und Moskitos) machten wir uns auf den Weg, den Ort zu erkunden.
Port Hedland ist eigentlich nur ein riesiger Erzhafen, in dem täglich hunderte der Road Trains sowie kilometerlange Erzzüge ankommen. Diese werden entladen und das Erz wird durch gigantische Schaufelbagger und Transportbänder auf die Schiffe im Hafen verladen.
Südlich von Port Hedland hat man in ca 15 km Entfernung zum Hafen einen neuen auf dem Reißbrett geplanten Ort ‚South Hedland’ gebaut in dem die meisten der hier arbeitenden Menschen untergebracht sind. Der Ort ist durch eine moderne Infrastruktur und riesige Dimensionen gekennzeichnet. Alles ist groß, weitläufig und halt auf Wachstum ausgelegt…
Im Hotel trafen wir zwei junge Damen aus Helsinki (Katja seit 6 Monaten) und Greifswald (Nadine seit 18 Monaten) die hier arbeiten und sich ganz wohl fühlen. Obwohl es hier bis zu 43 Grad heiß werden kann und auch oft eine sehr große Luftfeuchtigkeit herrscht.



