Dem Ratschlag unserer Vermieterin Lynn folgend („…take the more scenic Indian Ocean Drive instead of the highway…“) ging es über eine 180 km lange Nebenstrecke in Richtung Norden…
Der Name der Straße allein hatte bei uns Vorstellungen von linker Hand blauem Indischen Ozean und rechts gelbe Sanddünen geweckt … Dies stellte sich dann leider als Illusion heraus… Realität war links bewachsene Düne und rechts bewachsene Düne (…Hvide Sande/Dänemark lässt grüßen…) und nur ganz selten einmal erhaschten wir einen Blick auf den dann wirklich blauen Ozean… zugegeben die Dünen waren sehr hoch und der Sand sehr weiß aber mit ca 90 km/h bedeutete dies 2 Stunden endlose Dünenfahrt…
In Geraldton machten wir dann – auch auf Empfehlung von Lynn – eine Sightseeing Pause und sahen uns das HMAS Sydney Memorial an (Denkmal für ein von Deutschen versenktes australisches Schlachtschiff). Die zweite Attraktion – eine Kathedrale im mehr byzantinischen Stil – konnten wir wegen Renovierung leider nicht besichtigen. Zudem war die Kirche auch komplett eingerüstet und daher auch von außen nicht ablichtungswürdig.
In Mitten einer Gegend mit vielen Salzseen bewunderten wir bei Port Gregory einen ‚Pink Lake’… Noch darüber nachdenkend ob die rosa Farbe aufgrund eines Bakterienbefalles entstanden sein könne (allerdings hatten wir keine Flamingos gesehen) fuhren wir an einer Fabrik ‚BASF – The Chemical Company’ vorbei. Aha, die Farbe ist wohl mineralischen Ursprungs und die Ludwigshafener sind bereits dabei die Mineralien abzubauen… oder färben die gar das Wasser für die Touries ein? Eine endgültige Antwort konnten wir nicht finden…
Am späten Nachmittag kamen wir nach mehr als 400 km Fahrt ziemlich groggi in Kalbarri an. Die Temperaturen waren tagsüber auf deutlich über 30 Grad gestiegen und auch die Sonnenintensität war sehr hoch gewesen, was einem dann doch schon zu schaffen macht. Im Visitor Centre erfuhren wir dass ein Teil des Kalbarri Nationalparks wegen des hohen Pegelstandes des durchziehenden Mutchison Flusses gesperrt ist. Im Norden war vor ca 10 Tagen ein Zyklon durchgezogen und hatte große Regenniederschläge und Sturmschäden gebracht. Diese Wassermassen sind 10 Tage später immer noch als Hochwasser messbar hier in der Region…
Bei unseren B&B Vermietern angekommen fanden wir etwas ‚Chaos’ vor. Vor deren Haus (und auch vor den Nachbarhäusern) lagen wahre Sperrmüllberge zur Abholung bereit… zudem war der Swimming Pool ausgelaufen und der Garten glich einer Baustelle… Auch hier war der Zyklons der Auslöser gewesen. Der Sturm hatte einen Sonnenschirm in den Pool geschleudert und die Poolfolie zerstört…
Bei unserem abendlichen Spaziergang im Ort ging es äußerst stürmisch zu… Auf unser Fragen hin wurde uns bestätigt, dass kein neuer Zyklon im Anmarsch sei sondern es jeden Abend so stürmisch ist. Aufgrund der Erhitzung der Landmasse im Laufe des Tages ergeben sich intensive thermische Strömungen vom Land aus hinaus aufs Meer…
Nordseewinde sind dagegen ein laues Lüftchen….














