Dienstag, 08-Okt-2024 – Wandern im alten Japan…


Heute stand mal wieder ein Reisetag an… von Kyoto aus ging es nordwärts in die Berge mit dem Tagesendziel Matsumoto… wir werden heute auf den Spuren der Samurai und der Hofbeamten auf der Strecke durch die Berge von Kyoto nach Edo wandern. Dieser Weg (Nakasendo genannt) wurde mit Raststätten entlang des Weges angelegt und ist zwischen Tsumago und Magome (neun Kilometer Distanz) noch am besten erhalten…

Zunächst ein paar Hintergrundinformationen zum Nakasendo:
Der Nakasendō war eine der zwei Straßen der Edo-Zeit, die die Hauptstadt Edo (heute Tokio) mit der alten Hauptstadt Kyōto in Japan verbanden. Im Gegensatz zum küstennahen Tōkaidō führte der Nakasendō durch das Inland, daher sein Name „Straße durch die zentralen Gebirge“. Entlang des Nakasendō wurden zwischen den Brücken Edo und Kyōto insgesamt 69 Stationen erbaut. Es entstanden Gasthäuser, Post- und Zollstationen entlang des Weges.

Obwohl ein großer Teil des Nakasendō nicht mehr in seiner historischen Form existiert, verblieben einige Teilstücke, die in den letzten Jahrzehnten restauriert wurden. Die vielleicht bekannteste Strecke liegt zwischen Tsumago und Magome im Kiso-Tal.

Die Anfahrt nach Tsumao an sich war bereits etwas beschwerlich:

  • zunächst zu Fuß in Kyoto zur U-Bahn-Station,
  • dann mit der U-Bahn im morgendlichen Berufsverkehr zur Kyoto Station.
  • Weiter ging es für 30 Minuten im Shinkansen nach Nagoya und
  • dann umsteigen in einen Expresszug, den wir für weitere 50 Minuten bis Nakatsugawa nutzten.
  • Wieder umsteigen in einen öffentlichen Bus, der uns in die Berge nach Tsumago brachte was auf ca 650 Meter über NN liegt.

Bei der Abfahrt in Kyoto war das Wetter noch einigermaßen ok, aber in Tsumago war der Himmel wolkenverhangen und es begann leicht zu nieseln. Die ca 21 Grad waren zum Wandern OK aber der Regen brauchte nun nicht wirklich zu sein…

Unser schweres Tagesgepäck konnten wir im Tourismusbüro Tsumago abgeben zum Transport nach Magome (JPY 1.000 = € 6,00 pro Gepäckstück) und so ging es dann mit leichtem Gepäck los. Zunächst recht steil den Berg hinauf und dann durch schöne Wälder und enge Wege.

Leider steigerte sich der Regen im Laufe der Wanderung und so trotteten wir mit Regenschirmen und Regenjacken durch den Wald. Entlang des Weges stehen einige alte Teehäuser die als Raststätte bzw Unterstand genutzt werden können.

Ach ja: hier in der Gegend gibt es Bären (mit ‚ä‚ wohlgemerkt). Genauer gesagt Kragenbären. Zur Abschreckung sollte man immer die vorhandenen Glocken läuten bzw recht laut im Wald unterwegs sein…

Nach etwas über 3 Stunden geruhsamer Laufzeit waren wir in Magome. Dort nahmen wir im Tourismusbüro unser Tagesgepäck wieder in Empfang und fuhren zunächst mit dem Bus (der recht voll war) weiter um dann den Regionalzug nach Matsumoto zu nehmen. Dort wartete ein hoteleigener Shuttlebus auf uns, der uns ins traditionelle japanische Gasthaus (Ryokan genannt) brachte (offiziell Jimoyoya Hotel).

Am Abend gab es dann als kulinarischen Höhepunkt der Reise ein 10-gängiges japanisches Festessen mit regionalen Köstlichkeiten… jede Menge interessante Häppchen die man so noch nie gesehen und schon gar nicht gegessen hat. Ein kulinarisches Erlebnis…. aber wir sind alle satt geworden!

 

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