Mittwoch, 17-Feb-2016 – Bagan

Bagan ist die historische Königsstadt eines untergegangenen Reiches, welches zwischen dem 9. Und dem 13. Jahrhundert Zentralbirma beherrschte. Zu dieser Zeit entstanden mehrere Tausend Pagoden, Tempel und Klöster, von denen heute noch mehr als 2000 erhalten sind.

Bagan lag an dem Schnittpunkt der Handelsstraßen zwischen Indien und China und entwickelte sich zu einem buddhistischen Zentrum in dieser Region. Erobert durch die Mongolen unter Kublai Khan verlor es seinen Einfluss und wurde nach und nach verlassen.

Die Shwe zi gone Pagoda aus dem 11. Jahrhundert ist der Prototyp für alle Glockenform-Stupa in Myanmar. Diese Pagode (und drei weitere) wurden gebaut um die Stadtgrenzen zu markieren und um jeweils eine von 4 Zahn-Repliken Buddhas aufzubewahren.

Auf dem Weg zu unserem zweiten Besichtigungspunkt hatten wir die Gelegenheit einem Novizenfest zuzuschauen. Jungens in unterschiedlichem Alter wurden – begleitet von ihren Familien – unter lautstarkem Getöse der Klosterschule übergeben. Dieses sehr farbenfrohe Fest kostet den Eltern sehr viel Geld. Daher legen die Familien zusammen und feiern gemeinsam den Beginn der Novizenzeit.

Der aus dem 13. Jahrhundert stammende Tempel Gubyaukgyi beinhaltet sehr schöne Freskenmalereien aus dem Leben Buddhas (Fotos leider nicht erlaubt).

2016-02-17 4 Bagan Tempel Gubyaukgyi - 1

Der Klosterkomplex Htilominlo ist ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und weist auch sehr schöne Wandmalereien und Steinschnitzereien aus.

Die Ordinationshalle Upali Thein eines ehemaligen Klosters aus dem 11. Jahrhundert weist auch sehr schöne Malereien aus dem 17. Jahrhundert aus.

Nach einer langen Lunchpause besuchten wir noch einige Tempel und Pagoden bevor wir eine einstündige Kutschfahrt durch Old Bagan und die angrenzenden Pagoden machten. Unser Kutscher Soe Soe erklärte uns das Leben der Dorfbewohner und einige Hintergründe zum Dorfleben.

Interessant ist übrigens, dass man große Bereiche von Bagan zur ‚Plastic Bag Free Zone’ erklärt hat. Jeden Samstag machen sich ganze Heerscharen von Freiwilligen auf den Weg und sammeln die Tüten ein. Leider werden diese an einer Sammelstelle verbrannt und somit gelangen ggf schädliche Stoffe ungefiltert in die Umwelt… Nun ja, jeder Anfang ist schwer. Auf jeden Fall erkennt man den Unterschied der Plastiktüten-freien Gebiete ganz deutlich…

2016-02-17 3 Bagan Plastic Bag Free Zone - 1

Zur Betrachtung des Sonnenunterganges ging es dann auf eine der 10 für diesen Zweck zugelassenen Pagoden. Der Andrang auf dieser Pagode war wirklich riesig. Nach einer Fotorunde machten wir uns vor dem Sonnenuntergang auf den Rückweg….

Unterwegs hielten wir noch in einer Lackwaren-Fabrik an (wir waren die einzigen Besucher) und ließen uns die extrem langwierige Kunst der Herstellung erklären. Aus der Milch des Gummibaumes wird in einem langen Oxidationsverfahren eine zähe schwarze Masse gewonnen, die in 18 Schichten z.B. auf geflochtene oder getischlerte Gegenstände aufgetragen wird. Dazu kommen noch schichten für die unterschiedlichen Farben. Sodann werden aus diesen Schichten die Motive herausgekratzt und zum Schluss versiegelt. Extrem zeitaufwendig… aber wunderschön.

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