Samstag, 19-Mar-2022 – an die Algarve…


Auf ging es in die letzte Etappe unserer Anreise an die Algarve

Der morgendliche Verkehr in Sevilla fand am Samstag Morgen quasi nicht statt und so kamen wir zügig aus der Stadt heraus. Zunächst ging es in Richtung Huelva, der letzten großen Stadt vor der portugiesischen Grenze.

Kurz vor Huelva sahen wir etwas Interessantes… auf den Strommasten der Überlandleitungen nisteten Störche. Je Strommast ein bis zwei große Storchennester über eine lange Strecke hinweg. Zugegeben, es gab hier kaum Bäume, aber ausgerechnet Strommasten für sein Nest zu wählen mag schon besonders sein…

Der Grenzüberquerung nach Portugal ging ohne Probleme vonstatten. Man fuhr über eine Brücke und auf der portugiesischen Seite musste man als Ausländer auf einem Parkplatz sein Fahrzeug mit Kennzeichen und einer Kreditkarte für die portugiesische Autobahn-Gebühr anmelden… Pickerl elektronisch! Auf der Autobahn sind Datenbrücken angebracht, die die Autokennzeichen optisch erkennen und die fälligen Gebühren von der hinterlegten Kreditkarte abbuchen. Einen Monat lang…. mal sehen, was da zusammen kommt.

In Portugal haben wir durch eine Zeitumstellung eine Stunde gewonnen. Wir sind also ganz schön früh dran. Daher haben wir uns entschlossen, auf der Fahrt von der Grenze bis nach Lagos noch einige Orte zu besichtigen. Der erste Ort auf unserer Liste ist Tavira. Gemäß Reiseführer eine 15.000 Seelen-Gemeinde die einer der schönsten Orte an der Ost-Algarve sein soll. War auch wirklich nett der Ort. Er begrüßte uns mit viel Sonnenschein und allerdings einem noch sehr kalten Wind. Bei unserem Rundgang vorbei an vielen Kirchen und einem alten Mauren-Kastell aus dem 13. Jahrhundert haben wir dann ein nettes Café gefunden in dem wir dann unseren ersten diesjährigen Cappuccino in Portugal genossen haben. Allein schon die Zubereitung war das Geld wert (€ 2,50 für den Cappuccino!).

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Weiter ging es dann nach Olhao einem kleinen Fischerort mit der gleichen Anzahl Einwohner kurz vor Faro gelegen. Hier war richtig was los! Das Zentrum und auch die Hafenpromenade war Rappel voll mit Menschen und den dazugehörigen Autos. Wir kreuzten einige Zeit durch den Ort bis wir endlich einen freien Parkplatz an der Hafenpromenade fanden. Die Altstadt mit ihren schmalen Gassen war wirklich nett anzusehen…

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Weiter ging es auf der Autobahn bis nach Lagos unserem Zielort an der Algarve. Um kurz vor 15:00h erreichten wir nach 3.133 Kilometer unser Urlaubsdomizil… verdammt langer Trip! Aber interessant und sehenswert! Einchecken, auspacken und dann erst einmal auf Erkundungstour durch den Ort…

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Lagos hat eine lange und spannende Geschichte… hier einige Auszüge davon:

„Lagos’ Hafen war im 15. Jahrhundert Ausgangspunkt zahlreicher Afrikaexpeditionen, die Portugal unter Heinrich dem Seefahrer (Dom Henrique o Navegador) unternahm. Am 21. August 1415 startete unter Heinrichs Führung eine Flotte von 232 Schiffen zur Eroberung von Ceuta. Die maurische Festung, Gibraltar auf der afrikanischen Seite der Meerenge gegenüberliegend, war seinerzeit Endpunkt von Saharakarawanen und von erheblicher strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Heinrich erhob Lagos zu einem bedeutenden Stützpunkt seiner Flotte und ließ hier ab etwa 1440 die Karavelle entwickeln und bauen. Dieser neue Schiffstyp nach dem Vorbild der arabischen Dhau war nicht nur seegängig und küstentauglich zugleich, sondern auch in der Lage, hoch am Wind zu segeln und gegen die vorherrschende Windrichtung zu kreuzen.

Ab 1433 stach der Seefahrer Gil Eanes mehrfach von Lagos aus in See, um schließlich erstmals über das Kap Bojador hinaus zu segeln. Das an der Nordwestküste Afrikas liegende Kap, das heute zu Westsahara gehört, galt damals als Grenze der Welt, ein Überschreiten als gefährlich oder gar unmöglich und der zurückzulegende Küstenverlauf Afrikas war überwiegend noch nicht kartographiert. Der Entdecker Gil Eanes, dessen Biographie weitgehend ungeklärt ist, wird heute in Lagos als Kind der Stadt geehrt und ein Platz im Ortszentrum, die Praça Gil Eanes, trägt seinen Namen.

Ein anderer Seefahrer, Rui de Sequeira, eroberte 1472 eine Benin-Festung namens Eko im heutigen Nigeria. Heute ist Lagos, das frühere Eko, mit 10 Millionen Einwohnern die größte Stadt Schwarzafrikas und weltweit viel bekannter als ihre Taufpatin in Portugal.

Durch die Afrikafahrten portugiesischer Schiffe gelangten schwarze Sklaven aus Guinea und dem Senegal erstmals in der Neuzeit nach Europa. Lagos erhielt 1444 einen bedeutenden Sklavenmarkt, dessen Gebäude noch heute besteht. Erst 1820 wurde der Menschenhandel verboten. Die ehemalige nigerianische Hauptstadt Lagos, heute die zweitgrößte Stadt Afrikas, wurde nach der portugiesischen Kleinstadt benannt. Sie war Ausgangshafen der Sklaventransporte für den Sklavenmarkt in Lagos/Portugal.

Im Jahr 1476 geriet Christoph Kolumbus vor Lagos bei einem Piratenüberfall in Seenot und gelangte dadurch erstmals nach Portugal.“

Touristisch scheint Lagos ein richtiges Highlight zu sein… der Ortskern war übersäht mit Cafés, Kneipen, Restaurants und Souvenir-Shops aller Art… ganz schön viel Rummel und dies bereits in der absoluten Vorsaison… da möchten wir nicht in der Hauptsaison hier sein… egal, wir haben beim Rundgang auch einige nette ruhige Ecken gefunden und werden sicherlich noch das eine oder andere schöne entdecken…

Jetzt heißt es erst einmal richtig ankommen…

 

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