Heute sind wir getrennt unterwegs…. Marion und Hardy haben sich mit zwei Golfbekanntschaften auf dem lokalen Golfgelände verabredet und Gisela und Ronald sowie wir sind mit dem PKW in die Nähe des Torfhauses zum Wanderparkplatz ‚Oderbrück‚ gefahren. Von dort aus sollte es auf den 7,8 Kilometer entfernten Brocken (der mit 1.142 Meter höchsten Erhebung im Harz sowie ganz Norddeutschlands) gehen.
Da zur Sommerferienzeit der Brocken immer ein beliebtes Tagesziel ist und wir dem Ausflüglerstrom aus dem Weg gehen wollten sind wir bereits sehr früh vom Hotel losgefahren und konnten um 09:30h die Wanderung ab dem Wanderparkplatz Oderbrück beginnen.
Entlang eines Baches auf einem sehr gut ausgeschilderten Weg ging es leicht bergauf. Erschreckend ist immer wieder die Zerstörungen unserer Wälder zu sehen. Im Harz sind weite Strecken der Nadelhölzer durch 3 Jahre Dürre und dem Borkenkäfer vernichtet.
Nach ca 45 Minuten Wegzeit erreichten wir die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt was früher gleichbedeutend war mit dem Grenzstreifen zur DDR (bekannte Schutzhütte „Dreieckiger Pfahl“). Auf diesem Grenzstreifen ging es sodann voll der Topografie folgend steil bergauf und nach kurzer Zeit gesellten sich neben unserem Wanderweg die Gleise der ‚Brockenbahn‚ die kurze Zeit später auch dampfend und pfeifend an uns vorbei fuhr.
Diese Schmalspurbahn wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts geplant und fertig gestellt und diente nach dem zweiten Weltkrieg ausschließlich zur Versorgung der auf dem Brocken stationierten Grenzsoldaten und Überwachungseinheiten. Auf dem Brocken war zu Zeiten der DDR ein nach Westen gerichteter Horchposten installiert und daher war das gesamte Gelände Sperrzone und für die normale Bevölkerung der DDR nicht zugänglich gewesen.
Auf dem letzten Stück bis zum Gipfel wurden mehrere Wanderwege (viele Strecken führen bekanntlich zum gleichen Ziel!) zusammengeführt und dadurch waren doch einige weitere Wanderer gemeinsam mit uns unterwegs zum Gipfel.
Nach 2 Stunden und 5 Minuten erreichten wir den Brocken auf dem ein kräftiger und auch recht frischer Wind blies. Im Windschatten einer Imbisshütte machten wir erst einmal eine Stärkungspause bevor wir uns die Örtlichkeiten rund um den Gipfel genauer ansahen.
Beim Rundgang auf/um den Gipfel bemerkten wir doch recht dunkle Regenwolken die mit dem Wind in Richtung Brocken getrieben wurden. Daher entschlossen wir uns zum Rückweg der auf dem gleichen Weg zum Parkplatz Oderbrück gehen sollte.
Leider war uns der Wettergott an diesem Tage nicht hold, denn nach circa 45 Minuten unserer Rückwanderung fing es heftig an zu regnen! Leider war die nächstgelegene Schutzhütte noch zu weit entfernt und daher hieß es erst einmal: Regenklamotten raus und irgendwie erst einmal einen Unterstand finden. Nach kurzer Zeit entschlossen wir uns weiter zugehen oder – wie Ronald es ausdrückte – die Regenklamotten mal richtig zu testen! Hier ist anzumerken, dass Gisela und Ronald im September eine Alpenüberquerung geplant haben und der Aufstieg auf den Brocken zu ihrem Vorbereitungsprogramm gehört und auch die Wanderausrüstung gerne mal richtig getestet werden sollte.
Leider stellte sich auf den folgenden 75 Minuten unseres Rückweges heraus, dass weder die Regenhose von Ronald noch die Regenjacke von Gisela den doch ausgiebigen Regentest bestanden haben. Jeweils ein Fall für die Mülltonne…
Anne und ich hatten als Regenkleidung nur zwei dünne transparente Regenponchos dabei die wir von unserer Schiffsreise mit ‚Mein Schiff 5‘ mitgenommen hatten (unsere dickeren Regenjacken lagen gut verpackt im Hotel!). Diese Ponchos haben wir über unsere Wanderjacken gezogen und sie haben unseren Oberkörper, die Oberarme und auch die Oberschenkel wunderbar trocken gehalten. Leider hatten die Ponchos keine Ärmel und somit waren wir jeweils ab dem Ellenbogen richtig nass geworden.
Marion und Hardy hatten an diesem Tage auch Regen erwischt. Anstelle der geplanten 18 Löcher konnten nur 9 Löcher gespielt werden, aber dann war das Golf-Clubhaus doch nicht sehr weit entfernt und man konnte sich unterstellen.
Zurück in Bad Harzburg ging es erst einmal unter die heiße Dusche und anschließend trafen wir uns im Café Peters um bei einem leckeren Stück Kuchen die Ereignisse des Tages auszutauschen. Den Kuchen hatten wir uns auch verdient….
Immerhin 16,1 Kilometer gewandert in 4 Stunden 15 Minuten bei insgesamt etwas über 700 Höhenmetern! Imposante Leistung insbesondere für Anne die nach ihrer Knieoperation erstmalig wieder so lange unterwegs gewesen war! Super!
Zum Abendessen sind wir dann im Braunschweiger Hof geblieben….
