Nach einem Faulenzer-Tag am und um den Pool wollten wir heute mal wieder aktiv werden. Erst eine Wanderung in der Umgebung von Platanias und am Nachmittag dann ein weiterer Besuch in der nahegelegenen Stadt Chania…. so der Plan.
Von einer freundlichen Verkäuferin im lokalen Bademoden-Geschäft hatten wir eine Karte mit eingezeichneten Rad- und Wanderrouten geschenkt bekommen. Da wir keine anderen Karten in den vielen Shops entdeckt hatten ging es um 10:30h los in Richtung St. Georgius-Kirche die wir uns als Ziel ausgesucht hatten.
Der Einstieg in die Wanderroute war schnell gefunden und nach kurzer Gehstrecke ging es parallel zum Iardanos Fluß durch eine blühende griechische Frühlingslandschaft. Wir waren umgeben von Olivenbäumen, blühenden und duftenden Orangenbäumen sowie Wiesen mit unterschiedlichsten blühenden Blumen….
Leider war Kreta (und insbesondere auch der Westen) im letzten Winter von einigen Unwettern heim gesucht worden. Der Iardanos Fluß war dabei massiv über die Ufer getreten und hatten große Schäden an den Ufern und in den Oliven- und Orangenplantagen angerichtet. Ebenso war die an Brücke an der Küstenstrasse zerstört worden was zu großem Verkehrsproblemen geführt hat. Die Auswirkungen sind noch jetzt zu spüren da nur eine Behelfsbrücke aufgebaut wurde. Wegen Geldmangels des griechischen Staates haben sich die anliegenden Hoteliers zusammengetan und werden den Aufbau der Brücke aus eigenen Mitteln bestreiten (um nicht 10 Jahre auf die Fertigstellung warten zu müssen).
In den Orangen- und Olivenhainen hat der Fluß bis zu 1 Meter hohe Sedimentablagerungen hinterlassen und zudem die Strassen sowie Bewässerungssysteme zerstört. Ebenso war die Kennzeichnung der Wanderwege in Mitleidenschaft gezogen worden (was uns an eine Wanderung nach dem Sturm Kyrill erinnerte!). Auf unserer Wanderung mussten wir an einigen Stellen vom Weg bzw der Strasse abweichen um nichtdurch noch angestautes Wasser waten zu müssen….
Unser erstes Ziel – die St.-Georgius-Kirche – stellte sich als eine nicht gerade schöne sondern etwas verfallene kleine Kapelle dar! Nun ja, der Weg ist halt das Ziel…
Und eben diesen Weg haben wir dann irgendwie verloren und sind nach etwas längerem Marsch in einem kleinen Ort namens Kyrtomados angekommen der nicht mehr auf der Karte war. In einer kleinen, geschlossen aussehenden Taverne bekamen wir dann auf Nachfrage einen Eiskaffee (Freddo) sowie köstliche Tomaten mit Brot und Oliven serviert. Von einer 92-jährigen sehr freundlich alten Dame die auch etwas Deutsch sprach. Nach dem köstlichen Imbiss (für sagenhafte € 6,00) gab es dann auch noch als Wegzehrung einige Mandarinen geschenkt….
Auf dem Rückweg haben wir uns dann noch einige male sehr schwer getan, den richtigen Weg zu finden. Dies lag im wesentlichen daran, dass wir partout nicht neben der Landstrasse laufen wollten. Nach einigen innigen Begegnungen mit der lokalen dornenreichen Macchia (wir sahen aus als wenn wir mit Katzen getobt hätten) sind wir dann doch noch wieder am Hotel angekommen….
Allerdings war es da bereits fast 16:30h und der Schritt- bzw. Kilometerzähler in unseren Phones zeigte folgendes Bild:
Wir haben dann den Besuch in Chania abgeblasen und sind nur noch etwas Essen gegangen….
trotz der vielen Umwegen und Dornen eine schöne Wanderung in einer tollen Landschaft. Von Wanderkarten aus Bikini-Shops wird allerdings abgeraten….




































